Der neue MG4 EV Urban macht schon mit seinem Namen klar, wofür er gedacht ist: Alltag, Pendelstrecken und unkomplizierte Elektromobilität. Statt auf große Displays, betonte Sportlichkeit oder auffälliges Design setzt MG Motor auf einen pragmatischen Ansatz. Ob dieser aufgeht, zeigt die erste Fahrt auf einer realen Mischung aus Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn zum Starnberger See.
Archiv für den Monat: Mai 2026
China Speed: Was Europa jetzt noch lernen kann und was nicht
Im aktuellen Podcast spreche ich mit Max Brandt, CEO von Strato7 und Autor des Buches „China Speed – Schnelle neue Welt.“ Max ist kein Unbekannter in der Branche: Als früherer Geschäftsführer von Electric Brands hat er die Gründerjahre der deutschen E-Mobilitätswelt hautnah miterlebt – inklusive der schmerzhaften Erfahrung einer Insolvenz, die er offen anspricht. Heute berät er mit seinem Team am Campus der RWTH Aachen Automobilhersteller, Zulieferer und KMU bei Transformationsprozessen und internationalen Strategiefragen. Und er weiß, wovon er redet: über 150 Mal war er bereits in China vor Ort.
Das Gespräch dreht sich um eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: Was genau steckt hinter China Speed – und was können wir in Europa daraus lernen, ohne die eigenen Stärken aus dem Blick zu verlieren?
Max erklärt, dass der chinesische Elektroauto-Markt mehrere hundert Hersteller umfasst hatte, von denen am Ende womöglich nur 12 bis 15 wirklich große Konzerne übrig bleiben werden. Das sei keine Fehlfunktion, sondern bewusst so angelegt: ein staatlich gesteuertes Ausleseprinzip, das ganze Ökosysteme – inklusive Lieferketten – mitformt und auch mitreißt. „Alles ist immer im System entwickelt in China“, sagt Max, und das gelte nicht nur für die Automobilbranche, sondern genauso für KI, Hochgeschwindigkeitszüge oder erneuerbare Energien.
China und Tempo, das Europa unter Druck setzt
Besonders beeindruckend – und herausfordernd – ist das Entwicklungstempo. Während europäische Hersteller fünf Jahre und mehr für ein neues Modell benötigen, schaffen Spitzenunternehmen wie Xpeng oder Li Auto das in 18 Monaten. Max rechnet damit, dass sich die Taktung bei rund 24 Monaten einpendeln wird – eine Rückkehr zu 48 Monaten hält er für illusorisch. Dass dabei Fahrzeuge mit einem Entwicklungsstand von 80 Prozent in die Produktion gehen, sei dabei kein Fehler, sondern Konzept: „Per Definition sind diese Autos nicht fertig“, so Max. Gerade beim Software Defined Vehicle gehöre die Weiterentwicklung im Betrieb dazu. Entscheidend sei, dass die sicherheitsrelevanten Kernfunktionen von Anfang an stabil seien.
Auf der Nachfrageseite zeigt China ebenfalls, wie konsequente Steuerung aussehen kann: Städte wie Shanghai vergeben grüne Nummernschilder für E-Autos kostenlos, während Verbrenner-Kennzeichen teuer erkauft werden müssen. Das Ergebnis ist kein Verbot, sondern eine wirtschaftlich rationale Kaufentscheidung. Ein Mechanismus, den Max in Europa schmerzlich vermisst – auch wenn er versteht, warum die politische Debatte hierzulande eine andere ist.
Was Zulieferer in Deutschland jetzt verstehen müssen
Einen breiten Raum nehmen im Gespräch die deutschen Zulieferer ein. Max ist deutlich: Wer sich erst jetzt auf Elektromobilität einstellt und vorher ausschließlich im Verbrenner unterwegs war, für den sei „der Zug weitgehend abgefahren.“ Gleichzeitig betont er, dass viele Betriebe ihre eigenen Potenziale unterschätzen. Die Fähigkeiten eines Einspritzsystem-Herstellers gehen weit über das jeweilige Produkt hinaus – entscheidend sei die Bereitschaft, in Potenzialen zu denken statt in Produktkategorien. „Was für Potenziale sehe ich in einem Mitarbeiter, in einem Markt?“ – diese Denkweise sei in China tief verankert und in Europa erlernbar, aber noch lange nicht selbstverständlich.
Für chinesische Hersteller, die in Europa Fuß fassen wollen, hat Max ebenfalls klare Worte: Das Kopieren des chinesischen Produktansatzes funktioniere nicht. Der europäische Markt verlange Sicherheit, Langlebigkeit und Komfort als Grundvoraussetzung – und darüber hinaus echte Differenzierung, die nur entstehen könne, wenn man wirklich zuhört, was europäische Kunden brauchen. Nio sei ein Beispiel dafür, wie man trotz guter Fahrzeuge an diesem Verständnis vorbeizielt.
Das Gespräch endet mit einem Blick auf China selbst: Ja, die Wachstumsdynamik hat sich verändert, Immobilienkrise und zunehmende Autokratisierung hinterlassen Spuren. Aber Max warnt davor, das als Schwächesignal zu lesen. „Die Flut geht etwas zurück und legt den Strand frei“ – das bedeute Neuordnung, nicht Rückzug. Den größten Fehler, den Europa machen könnte, sei, China zu unterschätzen. Nun aber genug der Vorrede – hört selbst, was Max Brandt zu sagen hat.
Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.
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„Einfach anstecken und Geld verdienen“ – BMW-Manager Dominik Becks über V2G
Das Elektroauto als Stromspeicher für Zuhause und das öffentliche Netz? Genau daran arbeitet BMW gemeinsam mit Partnern wie E.ON. Im Interview erklärt Dominik Becks von der BMW Group, warum bidirektionales Laden die Energiewelt verändern könnte, wie Kunden damit Geld verdienen können – und welche Hürden noch auf dem Weg zur breiten Einführung bestehen.
MAN und Dettendorfer rufen „Initiative Grüner Brenner“ aus
Hersteller MAN, die Dettendorfer Energy GmbH und weitere Partner gründen die „Initiative Grüner Brenner“. Ziel der Initiatoren ist es, den Brennerkorridor als Modellregion für emissionsfreie Logistik zu entwickeln. Das Projekt knüpft dabei an erste Praxiserfahrungen aus dem vergangenen Sommer an.
Diese 7 E-Autos bis 40.000 Euro meistern weite Strecken gut
Fraglos gibt es inzwischen eine ganze Reihe an Elektroautos, die bei der Reisezeit auf der Langstrecke entgegen aller Vorurteile dem Verbrenner in Nichts unterlegen sind, wenn man zumindest alle paar Stunden mal eine kurze biologische Pause einlegt. Doch viele davon kosten heute mitunter noch stolze Summen. Es gibt jedoch immer mehr günstigere Modelle, mit denen sich längere Strecken ebenfalls gut meistern lassen.
Wir haben für die heutige Topliste aus der EV Database (Abrufdatum 22. Mai 2026) herausgesucht, welche aktuellen und bald erhältlichen E-Auto-Modelle mit einem offiziellen Listenpreis bis maximal 40.000 Euro die größten 1-Stop-Range aufweisen. Dabei geht die EV Database davon aus, dass ein voller Akku bei moderater Autobahnfahrt nahezu leer gefahren und bei einer Pause 15 Minuten lang aufgeladen wird. Diese sieben E-Autos kommen nach dieser Methode am weitesten, ehe ein zweiter Ladestopp notwendig wird:
7. Platz: Geely EX5
Noch recht frisch bestellbar und auf europäischen Straßen ein Exot ist das mittelgroße E-SUV des chinesischen Herstellers, das ab 39.990 Euro erhältlich ist. In besagtem Szenario schafft es laut EV Database als Pro+ mit einem netto 68,4 kWh liefernden Akku 386 Kilometer und damit einen mehr als der VW ID.3 Neo mit 58 kWh-Batterie, der die Topliste somit knapp verpasst, aber effizienter ist.
6. Platz: Hyundai Ioniq 3
Erst angekündigt und aktuell noch nicht bestellbar ist das neue Kompaktmodell der Südkoreaner. Erwartet werden Startpreise ab etwa 34.000 Euro, wobei mit der 58 kWh nett liefernden Batterie 399 Kilometer an 1-Stop-Range möglich sein sollen.
5. Platz: Leapmotor B10
Mit 403 Kilometern noch etwas weiter kommt demnach das kompakte E-SUV des chinesischen Stellantis-Partners mit seiner 65 kWh liefernden Batterie. Hier starten die Preise bereits bei 32.400 Euro.
4. Platz: Mini Countryman E
Sogar 421 Kilometer schafft der gar nicht mal so kleine Mini mit seiner 65,2 kWh großen Batterie (netto). Das Modell der deutsch-chinesischen Marke kostet ab etwas mehr als 38.000 Euro und verfehlt das Treppchen knapp.
3. Platz: Leapmotor B05
Stellantis
Denn das neue Kompaktmodell von Leapmotor schafft mit 426 Kilometern immerhin fünf Kilometer mehr, hier kommt die gleiche Batterie wie im technisch eng verwandten B10 zum Einsatz. Die Preise sind ab 31.900 Euro eine echte Kampfansage.
2. Platz: Changan Deepal S05
Changan
Ebenfalls chinesisch geht es auf dem zweiten Rang zu. Zwar gehen die Preise hier bei knapp 39.000 Euro los, dafür legt der Deepal S05 bei der 1-Stop-Range nochmal deutlich einen drauf und schafft laut EV Database mit dem netto 68 kWh großen Akku 448 Kilometer.
1. Platz: Tesla Model 3
Daniel Krenzer
Unangefochtener König ist hier jedoch der Highland mit der kleineren, 60 kWh netto liefernden Batterie an Bord. Für einen Preis ab knapp 38.000 Euro sind damit 533 Kilometer möglich, ehe ein zweiter Ladestopp eingelegt werden muss.
Datenquelle: EV Database (Abrufdatum 22. Mai 2026)
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Schwedt: Ölkrise zeigt gefährliche fossile Abhängigkeit auf
Die aktuellen Entwicklungen in der Raffinerie PCK Schwedt stehen nach Einschätzung des Automobilclubs ACE (Auto Club Europa) exemplarisch für die gefährliche Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieträgern. Ein im Auftrag des ACE erstelltes Factsheet zur Raffinerie zeigt: Der Stopp russischer Transitlieferungen von kasachischem Rohöl verschärft die Versorgungslage in Ostdeutschland erheblich, mit direkten Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher – nicht zuletzt durch den Spritpreis an der Tankstelle. Der ACE fordert deshalb einen deutlich schnelleren Abbau der Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen sowie mehr Tempo beim Ausbau klimafreundlicher Mobilitäts- und Energiealternativen.
Seit dem 1. Mai 2026 blockiert Russland die Durchleitung kasachischen Rohöls zur Raffinerie Schwedt. Bislang deckte dieser Versorgungsweg rund 20 Prozent der Rohölversorgung der einzigen Raffinerie im Nordosten Deutschlands ab. Können diese Mengen nicht kurzfristig ersetzt werden, droht ein Produktionsrückgang um etwa ein Viertel.
Die Auswirkungen wären unmittelbar an den Tankstellen und bei Heizölpreisen spürbar. Kraftstoffe müssten verstärkt aus anderen Regionen per Bahn oder Tanklastwagen nach Ostdeutschland transportiert werden – mit deutlich höheren Kosten. Gleichzeitig verschärft die weltweite Ölverknappung infolge der Blockade der Straße von Hormus die Situation zusätzlich. Bereits in den vergangenen Monaten stiegen die Preise für Rohöl, Diesel, Benzin und Kerosin massiv an.
Schwedt als Symbol für eine riskante Energieabhängigkeit
„Das Factsheet belegt schwarz auf weiß: Schwedt steht im Mittelpunkt einer globalen Versorgungskrise, die uns die Quittung für Jahrzehnte fossiler Abhängigkeit ausstellt“, kommentiert Sven-Peter Rudolph, Vorsitzender des ACE. „Während die Politik mit Subventionen für E-Kerosin und Versprechen über polnische Öllieferungen lediglich Symptome bekämpft, fehlt weiterhin der klare politische Wille, den Ausstieg aus der Ölabhängigkeit konsequent anzugehen.“
Als besonders problematisch sieht der ACE die Vielzahl gleichzeitiger geopolitischer Risiken entlang der deutschen Ölversorgung. Deutschland importiert Rohöl unter anderem aus den USA, Libyen, Kasachstan und der Golfregion: alles Regionen mit erheblichen politischen oder strategischen Unsicherheiten. Gleichzeitig erschöpfen sich wichtige Fördergebiete wie die Nordsee zunehmend.
„Da hilft kein kurzfristiger Tankrabatt“
„Wenn ein Teil des kasachischen Öls wegbricht und gleichzeitig Lieferungen aus den USA, Libyen oder der Golfregion wackeln, hilft kein kurzfristiger Tankrabatt. Wir brauchen strukturelle Veränderungen – weg vom Öl, hin zu einer krisenfesten, bezahlbaren und elektrifizierten Mobilität. Das ist nicht nur Klimapolitik, sondern vor allem Verbraucher- und Versorgungsschutz“, so Sven-Peter Rudolph weiter.
Das Factsheet beschreibt die PCK Schwedt als zentrales Element der ostdeutschen Energieversorgung. Die Raffinerie versorgt große Teile Ostdeutschlands und Westpolens mit Diesel, Benzin, Heizöl und Kerosin.
Der ACE verweist darauf, dass die aktuellen Entwicklungen nicht nur ein kurzfristiges Versorgungsproblem darstellen, sondern Ausdruck eines grundsätzlichen Strukturproblems sind. Fossile Energieträger machen Verbraucherinnen und Verbraucher dauerhaft abhängig von geopolitischen Krisen, instabilen Lieferländern und unkalkulierbaren Preisentwicklungen.
Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen die Rechnung
Steigende Transportkosten für Ersatzlieferungen, globale Engpässe und politische Unsicherheiten wirken sich direkt auf die Preise an den Tankstellen und im Heizkeller aus, insbesondere in Ostdeutschland. Die Folge sind überdurchschnittlich steigende Regionalpreise für Diesel, Benzin und Heizöl.
Aus Sicht des ACE braucht es deshalb deutlich mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Elektrifizierung des Verkehrs sowie bei der Stärkung von Bus, Bahn und Radverkehr. Ziel muss eine krisenfeste, bezahlbare und unabhängige Mobilität sein.
Quelle: ACE – Pressemitteilung vom 26.05.2026
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Inzidenz plötzlicher Todesfälle stieg in Europa in zehn Jahren deutlich an
Ferrara/Padua – Fast 5 % der Gesamtmortalität in Europa gehen auf plötzliche unerwartete natürliche Todesfälle zurück. Das zeigte eine epidemiologische Studie anhand von Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus 26 europäischen Ländern ( The Lancet Regional Health – Europe 2026; DOI: 10.1016/j.lanepe.2026.101655). Im Zeitraum 2010 bis 2020 nahm…[weiter lesen]