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Diese 7 E-Autos sind bislang 2026 in Deutschland am gefragtesten

Mit der April-Bilanz des Kraftfahrtbundesamts (KBA) ist schon wieder ein Drittel des Auto-Jahres 2026 Geschichte, Zeit für eine Zwischenbilanz. Wir haben uns aus den Statistiken einmal herausgesucht, welche Elektroautos bis einschließlich April in Deutschland am häufigsten neu zugelassen wurden. Daraus ergibt sich folgende Topliste:

7. Platz: VW ID.4 / ID.5

Auf dem absteigenden Ast befindet sich die Nachfrage nach dem E-SUV sowie dessen Coupé-Ausführung von Volkswagen, denn im vergangenen Jahr lag das Modell noch auf Platz drei der beliebtesten E-Autos in Deutschland. In diesem Jahr wurden bislang etwas mehr als 7200 neue ID.4 und ID.5 neu zugelassen, was immerhin für Platz sieben reicht. Und nach einem schwachen Start ins neue Jahr legte der Absatz im März und April wieder etwas zu, womit noch der Konzernbruder Audi A6 e-tron aus dieser Topliste verdrängt wurde.

6. Platz: Mercedes CLA

Neu in diese Rangliste schiebt sich die gelungene Coupé-E-Limousine aus Stuttgart, die bis einschließlich April mehr als 7300 Neuzulassungen verbuchen konnte. Kein Wunder, dass sie so beliebt ist, denn der CLA ist sehr effizient, schaut schnittig aus und ermöglicht auch Langstreckenfahrten ohne nennenswerten Zeitverlust durch nötige Ladepausen.

5. Platz: Škoda Enyaq

Die Zeiten der Platzierungen ganz weit vorne sind für den Enyaq erst einmal vorbei, doch das E-SUV als tschechisches Geschwistermodell zu VW ID.4 und ID.5 (Enyaq Coupé) behauptet auch in den ersten vier Monaten dieses Jahres mit etwas mehr als 10.300 Neuzulassungen den fünften Platz, den es 2025 insgesamt einnahm.

4. Platz: VW ID.7

Ein wenig bergab ging es hingegen für die E-Limousine von Volkswagen, die im vergangenen Jahr vor allem noch aufgrund der großen Beliebtheit als Dienstwagen den ersten Platz aller Modelle eingenommen hatte. Mit knapp 10.500 Neuzulassungen bisher in diesem Jahr ist der ID.7 aber immer noch eines der beliebtesten Elektroautos der Deutschen.

3. Platz: Tesla Model Y

Tesla

Einige Jahre lang war das Tesla Model Y das meistverkaufte E-Auto in Deutschland und weltweit, doch hierzulande flog es im vergangenen Jahr sogar aus den Top 7. Nach einem ähnlich schwachen Start in dieses Jahr gab es aber ein dickes Zulassungsplus im März und akzeptable Absatzzahlen im April, sodass es mit fast 11.300 neu zugelassenen Model Y bis Ende April wieder für einen Treppchenplatz reicht.

2. Platz: VW ID.3

Volkswagen

Seinen zweiten Platz aus dem Vorjahr verteidigt indes das derzeit noch kompakteste E-Auto von Volkswagen. Beinahe 11.700 neue ID.3 sind bis einschließlich April in Deutschland neu zugelassen worden. Kein Wunder, dass man auf den Straßen so viele davon antrifft.

1. Platz: Škoda Elroq

Škoda

Von Platz vier als noch sehr junges Modell im Vorjahr auf den Spitzenplatz der ersten vier Monate vorgeschoben hat sich indes das kompakte E-SUV von Škoda, womit auch der Abstieg des Enyaq zu erklären und für den Hersteller sicherlich zu verschmerzen ist. 13.740 neue Elroq sind bis einschließlich Ende April bei den Zulassungsbehörden neu registriert worden. Damit könnte es in diesem Jahr die 40.000er-Marke knacken. Zum Vergleich: Der Spitzenreiter ID.7 wurde 2025 insgesamt knapp 35.000 Mal neu zugelassen.

Datenquelle: Kraftfahrtbundesamt

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Manner setzt in der Logistik auf Elektro-Lkw

Mit seiner rosafarbenen Lackierung ist er nicht zu übersehen: der neue, auffällig gebrandete Elektro-Lkw von Manner. Der MAN eTGX 20.449 4×2 (330 kW/449 PS) ist täglich zwischen den beiden Werken in Wien und Wolkersdorf im Einsatz. Darüber hinaus testet das Unternehmen den E-Lkw auch bereits auf Strecken außerhalb des Werksverkehrs und denkt über eine Ausweitung der Tour nach, so Hersteller MAN in einer aktuellen Mitteilung. Je nach Konfiguration, Strecke und Transportaufgabe absolviert der eTGX bis zu 570 Kilometer mit einer Batterieladung. Mit dem Fahrzeug will das Traditionsunternehmen gemeinsam mit MAN ein Zeichen für Innovation und nachhaltige Logistik setzen.

Der eTGX wird im regelmäßigen Werksverkehr eingesetzt und transportiert zentrale Rohstoffe wie Nougat- und Schokoladenmasse zwischen den Produktionsstandorten. Gerade auf dieser planbaren Pendelstrecke spiele die Elektromobilität ihre Stärken aus: verlässliche Ladezyklen, hohe Effizienz und ein emissionsfreier Betrieb im urbanen Raum. Mit dem Umstieg auf Elektromobilität reduziert Manner seine CO₂-Emissionen im laufenden Betrieb, senkt die Lärmbelastung entlang der Fahrstrecke und verringert den ökologischen Fußabdruck im Werksverkehr deutlich.

„Mit unserem neuen E-Lkw bringen wir Nachhaltigkeit sichtbar auf die Straße. Er steht nicht nur für technologische Innovation, sondern auch für unseren klaren Anspruch, Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu übernehmen“, erklärt Manner-CEO Dieter Messner. „Gerade im innerbetrieblichen Verkehr zeigt sich, wie effizient und praxistauglich emissionsfreie Logistik bereits heute ist.“

Unterstützt wird die Transformation auch politisch: „Die Dekarbonisierung des Verkehrs ist ein zentraler Bestandteil unserer Klimastrategie“, betont Peter Hanke, österreichischer Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. „Unternehmen wie Manner gehen hier mit gutem Beispiel voran und zeigen, wie nachhaltige Mobilität im industriellen Alltag umgesetzt werden kann.“

Der Elektro-Lkw wird überwiegend mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben, unter anderem aus dem bezogenen Grünstrom sowie der eigenen Photovoltaikanlage am Standort Wolkersdorf. Dadurch wird nicht nur der CO₂-Ausstoß verringert, sondern auch ein Beitrag zur regionalen, nachhaltigen Energieversorgung geleistet.

Bereits heute denkt Manner an den nächsten Schritt: Die Förderung für eine zweite vollelektrische Sattelzugmaschine sowie einen 7,5-Tonner, mit dem der Manner Flagship-Store am Stephansplatz im 1. Wiener Bezirk beliefert wird, wurde bereits genehmigt. Damit baut das Unternehmen seine emissionsfreie Transportflotte weiter aus und unterstreicht seinen Anspruch, die Logistik nachhaltig zu transformieren.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 12.05.2026

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VW ID. Polo GTI: Was kann der erste elektrische GTI?

Fünfzig Jahre nach dem Debüt des ersten Golf GTI überführt Volkswagen eines der bekanntesten Sportlabels der Automobilgeschichte in die elektrische Ära. Der ID. Polo GTI ist das erste vollelektrische Modell, das den GTI-Schriftzug tragen darf – und damit mehr als nur ein weiteres Derivat der neuen ID. Polo-Baureihe.

Es ist ein Signal: Das Kürzel, das 1976 als Experiment begann und über Jahrzehnte zum Inbegriff zugänglicher Sportlichkeit wurde, soll auch in einer Zeit bestehen, in der Verbrenner zunehmend an Relevanz verlieren. Ab Mitte Oktober startet der Vorverkauf.

Dass Volkswagen gerade jetzt einen elektrischen GTI bringt, ist kein Zufall. 2026 jährt sich das Debüt des ersten Golf GTI zum fünfzigsten Mal. Ausgerechnet in diesem Jubiläumsjahr debütiert mit dem ID. Polo GTI ein Modell, das die zentrale Frage beantworten muss: Kann ein Elektroauto GTI sein – nicht nur dem Namen nach, sondern im Charakter?

VW ID. Polo GTI: 166 kW und ein Antrieb, der permanent liefert

Die technische Antwort beginnt beim Antriebssystem APP290. Der Frontantrieb leistet 166 kW (226 PS) und stellt ein maximales Drehmoment von 290 Newtonmetern bereit – dauerhaft, ohne die bei Verbrennern übliche Verzögerung durch Schaltvorgang oder Turboaufbau. In 6,8 Sekunden beschleunigt der ID. Polo GTI laut vorläufiger Herstellerangabe auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 175 km/h abgeregelt. Die E-Maschine erreicht dabei Drehzahlen von bis zu 15.000 U/min.

Volkswagen

Versorgt wird der Antrieb über die 52-kWh-NMC-Batterie in Cell-to-Pack-Bauweise, die auch im stärksten ID. Polo zum Einsatz kommt. Die WLTP-Reichweite liegt laut vorläufiger Prognose bei bis zu 424 Kilometern. An DC-Schnellladesäulen lädt die Batterie mit bis zu 105 kW, von zehn auf 80 Prozent dauert es dank einer besonders konstant verlaufenden Ladekurve rund 24 Minuten, wie der Hersteller mitteilt. AC-seitig stehen 11 kW zur Verfügung.

Fahrwerk und Quersperre als echte Differenzierung beim Elektro-GTI

Was den ID. Polo GTI vom regulären ID. Polo unterscheidet, liegt weniger im Antrieb als im Fahrwerk. Serienmäßig an Bord ist das adaptive DCC-Sportfahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern, die in Sekundenbruchteilen für jedes Rad einzeln die erforderliche Dämpfung berechnen. Die MacPherson-Vorderachse erhält eigene Federbeinlager, modifizierte Schwenklager und eine serienmäßige Progressivlenkung. Auch die Verbundlenker-Hinterachse wurde für den GTI spezifisch abgestimmt – mit eigenem, steiferen Achskörper, angepassten Federn und Bremsen.

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Als einziger ID. Polo verfügt der GTI über eine elektronisch geregelte Vorderachsquersperre, wie sie auch im Golf GTI zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu rein mechanischen Sperren bietet sie einen variablen Sperrgrad im Zusammenspiel mit dem elektronischen Stabilisierungsprogramm. In schnell gefahrenen Kurven verteilt sie das Antriebsdrehmoment asymmetrisch auf beide Vorderräder und erzeugt damit einen Torque-Vectoring-Effekt, der Traktion und Handling verbessert.

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Das Ergebnis: Mit einer Karosserieverwindungssteifigkeit von rund 30.000 N/° – laut Volkswagen ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem ausgelaufenen Verbrenner-Polo – soll sich der elektrische Kompaktsportwagen im Fahrverhalten eher dem aktuellen Golf GTI annähern als seinem direkten Namensvorgänger.

Ein Fahrprofil, das den Charakter des Stromers verändert

Neu ist das Fahrprofil „GTI“, das über einen Push-Button im Sportlenkrad aktiviert wird und zusätzlich zu den Profilen Eco, Comfort, Sport und Individual zur Verfügung steht. Mit einem Klick werden sämtliche Antriebs- und Fahrwerksparameter auf maximale Sportlichkeit gesetzt: Leistungsentfaltung, Progressivlenkung, DCC-Abstimmung. Gleichzeitig aktiviert sich die Launch Control, die Gurtstraffer spannen vor.

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Auch die Inszenierung wechselt: Die 30-Farben-Ambientebeleuchtung springt auf Rot, das ID. Light signalisiert den Moduswechsel per rotem Flashsignal, das digitale Cockpit schaltet in eine spezifische GTI-Darstellung mit zentral angeordnetem Powermeter.

Begleitet wird der Wechsel von einem synthetischen Motorgeräusch. Das Fahrprofil kann parallel über das Infotainmentsystem aufgerufen werden, GTI-spezifische Anzeigen – etwa das Abrufen von Rundenzeiten – ergänzen die Funktionalität.

Fünfzig Jahre GTI-DNA im Design

Exterieur-Designer Tibor Juhasz berichtete beim Media Workshop in Hamburg, dass die Zusammenarbeit mit Chefdesigner Andreas Mindt beim ID. Polo GTI nahezu telepathisch verlaufen sei. Das Showcar ID. GTI Concept von 2023 habe bereits bei der ersten Präsentation für Begeisterung gesorgt – und sei praktisch unverändert in die Seriennähe überführt worden.

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Die Designsprache greift gezielt auf die GTI-Historie zurück: Der rote Streifen unterhalb der LED-Lichtleiste zitiert das bekannteste Erkennungsmerkmal seit dem ersten Golf GTI. Darunter zeigt ein dreidimensionales Wabenmuster mit rot lackierten Vertikalelementen im Stil von Motorsport-Schleppösen den sportlichen Anspruch. Ein Frontspoiler im Stil eines Motorsport-Splitters erinnert an den Golf I.

Auch die Räder transportieren Geschichte: Die optionale Felge „Wörthersee“ stammt direkt vom Showcar und greift mit ihren acht Doppelspeichen und Halbkreis-Öffnungen das Design des legendären Pirelli-Rads des ersten Golf GTI auf. Am Heck differenziert ein in der Mitte geteilter Dachkantenspoiler den GTI von den übrigen Modellen der Baureihe.

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Juhasz betonte, dass der ID. Polo GTI selbst ohne den GTI-Schriftzug sofort als solcher erkennbar sein müsse – das Zusammenspiel aus Spoiler, eigenständigem Stoßfänger und Diffusor leiste genau das.

Innen rot und schwarz – mit Referenzen an den Ursprung

Im Innenraum dominieren die Farben Rot und Schwarz. Rote Ziernähte ziehen sich durch Lenkrad, Türen und Sitze, auf 12 Uhr markiert ein roter Strich im Lenkradkranz die Mitte – ein Detail aus dem Motorsport. Die Sitzflächen tragen den Stoff „Superclark“, dessen großes Karomuster das legendäre Schottenkaro historischer GTI-Modelle neu interpretiert. Die äußeren Kontaktflächen sind in „ArtVelours Eco Soul“ ausgeführt.

Als besonderes Feature integriert das Digital Cockpit eine „Retro-Anzeige“ im Stil eines späten Golf I: klassischer Tacho links, Powermeter rechts, die Kassette als Track-Anzeige im Infotainmentsystem. Zwei Paddles am Lenkrad ermöglichen die manuelle Einstellung der Rekuperationsstufen. Optional stehen 12-fach elektrisch einstellbare Vordersitze mit Massage-Funktion und Memory zur Verfügung – ein Feature, das in diesem Segment ein Novum darstellt.

VW ID. Polo GTI: Alltagstauglich trotz Sportambitionen

Bei aller Dynamik bleibt der ID. Polo GTI ein alltagstaugliches Auto. Der Kofferraum fasst 441 Liter – rund 25 Prozent mehr als beim ausgelaufenen Verbrenner-Polo. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, wächst das Volumen auf 1243 Liter. Eine optionale Anhängerkupplung mit 75 Kilogramm Stützlast nimmt zwei E-Bikes auf, die sich dank Vehicle-to-Load direkt am Auto laden lassen. Gebremste Anhänger dürfen bis zu 1,2 Tonnen bei zwölf Prozent Steigung wiegen.

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Hinzu kommt der optionale „Connected Travel Assist“, der erstmals in dieser Klasse automatisch vor roten Ampeln bis zum Stillstand bremst. One-Pedal Driving ist serienmäßig, ebenso wie 19-Zoll-Leichtmetallräder, IQ.Light-LED-Matrix-Scheinwerfer und die Top-Sportsitze.

Sechs Farben stehen zur Wahl, darunter die GTI-Klassiker „Tornadorot“ – ein Farbton, der 1986 mit dem Golf GTI II eingeführt wurde – sowie „Candy-Weiß“ und „Grenadillschwarz“. Ob der erste elektrische GTI am Markt halten kann, was die technischen Daten und das Designversprechen nahelegen, wird sich nach dem Vorverkaufsstart Mitte Oktober zeigen.

Disclaimer: Volkswagen hat zum Kennenlernen der neuen Ausrichtung und künftiger Modelle nach Hamburg eingeladen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf unsere hier geschriebene ehrliche Meinung.

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Elektroboom: Jeder dritte Privat-Pkw ist ein Elektroauto

Im April sind die privaten Pkw-Neuzulassungen um 8 Prozent, private Elektroauto-Neuzulassungen sogar um 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, so eine aktuelle Auswertung von Dataforce. Knapp ein Drittel der privaten Autokäufer (32,7 Prozent) entschied sich im April für ein E-Auto. Damit liegt der Privatmarkt beim Elektroanteil wieder vor dem Flottenmarkt mit 31,5 Prozent.

Insgesamt ist der deutsche Pkw-Markt im April bei gleicher Anzahl an Arbeitstagen wie im April 2025 um 2,7 Prozent gestiegen. Die Dataforce-Auswertung der Verkaufskanäle zeigt, dass das Gesamtmarktwachstum neben den Privatkunden auch durch die Eigenzulassungen des Fahrzeugbaus (+18 Prozent) getrieben worden sind. Die Flottenzulassungen haben sich mit minus 3,6 Prozent hingegen erneut negativ entwickelt. Gleiches gilt für die Eigenzulassungen des Fahrzeughandels (-6,0 Prozent).

Damit setzen sich die bereits 2025 sichtbaren Entwicklungen weiter fort. Statt des Fahrzeughandels werden immer mehr die Hersteller selbst das Ventil für taktische Zulassungen bei kurzfristigen Überkapazitäten am Markt. Die Flottenzulassungen leiden dagegen weiter unter der schwachen Konjunktur und der erhöhten wirtschaftlichen Unsicherheit. Das bremse zwar auch den Privatmarkt, hier treffe jedoch ein erheblicher Nachholbedarf aus den letzten Jahren auf positive Anreize durch Kaufförderung und Rabatte, so Dataforce.

Insgesamt haben die Zulassungen von E-Autos im April um 41 Prozent zugenommen, Plug-in-Hybride erreichten ein Wachstum von 13 Prozent. Hybride legten um 21 Prozent zu, unelektrifizierte Diesel mit minus 13 Prozent und Benziner mit minus 11 Prozent verloren hingegen in der Käufergunst.

Dataforce

Auch auf den Transportermarkt mit fast immer hohen Laufleistungen und fast 80 Prozent Dieselfahrzeugen schlagen die aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen voll durch. Nachdem die Neuzulassungen an leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities im März noch leicht zugelegt hatten, sind sie im April um 6,2 Prozent im Minus. Vor allem die privaten Transporteranschaffungen (-12,9 Prozent) und die Flottenzulassungen (-6,6 Prozent) gingen stark zurück. Die Eigenzulassungen im Fahrzeugbau hielten zwar mit einem Plus von 16,5 Prozent dagegen, sind aber insgesamt zu klein, um an der Gesamtmarktentwicklung etwas zu ändern.

Auch bei den Transportern ist der Elektroantrieb im Aufwind, während die Attraktivität von Diesel und Benzin weiter schwindet: Transporterkunden halten sich bei der Anschaffung von Diesel- (-14 Prozent) und Benzinfahrzeugen (-13 Prozent) stark zurück. Das Elektrovolumen nimmt hingegen mit einem Plus von 62 Prozent zwar rapide zu, erreicht aber trotzdem erst 11 Prozent Marktanteil. Momentan zögern viele potentielle Kunden noch mit dem Umstieg und schaffen erst einmal gar kein neues Fahrzeug an.

„Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen spiegeln sich im April in den Marktzahlen nieder“, schlussfolgert Dataforce. Die Effekte würden in den nächsten Monaten weiter zunehmen: „Noch höhere Elektroanteile durch die Kaufförderung, Rabatte und den Benzinpreisschock, aber auch eine insgesamt gedämpfte Nachfrage, weil eine höhere Inflation und höhere Zinsen nun nicht mehr zu vermeiden sind.“

Quelle: Dataforce – Pressemitteilung vom 12.05.2026

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36 Jahre Mercedes, dann Tesla – ein Insider packt aus

Harald Schlarb hat die deutsche Automobilindustrie von innen erlebt wie wenige. Erst 36 Jahre bei Mercedes: von der Produktionsplanung in Sindelfingen über gepanzerte Staatsfahrzeuge und die Carbon-Karosserie des Mercedes-Benz SLR McLaren bis zum Werkaufbau in Rumänien, China und Brasilien. Vier Kontinente, vier Industriewelten, eine Karriere. Dann, 2020, der Schnitt: Schlarb kündigte, wechselte zu Tesla und baute die Gigafactory in Grünheide mit auf – innerhalb 22 Monaten, mit fünf Leuten im Co-Working-Space, parallel zu laufenden Genehmigungsprozessen im Rahmen des geltenden Rechts. Heute berät er über seine Firma HSIU Consulting und als externer Advisor bei Bain Unternehmen in der industriellen Transformation und engagiert sich bei Rohstoffprojekten in Westafrika.

Sein Blick auf die Branche ist der eines Mannes, der die alte Welt kennt und die Neue mitgebaut hat. Er weiß, was es bedeutet, wenn ein Konzern 30 Jahre lang Entscheidungen auf das nächste Quartal hin optimiert – und was verloren geht, wenn Know-how einmal abgewandert ist. Er hat in chinesischen Fünfjahresplänen gelesen, bevor chinesische Autos in Europa eine Rolle spielten. Und er hat erlebt, wie ein Unternehmen wie Tesla eine Fabrik ohne konventionelle Absicherung baut und darin nicht Rücksichtslosigkeit sieht, sondern Freiheit.

Im Gespräch mit Elektroauto-News Herausgeber Sebastian Henßler geht es nicht um Schuldzuweisungen. Schlarb glaubt an den deutschen Erfindergeist – an Gottlieb Daimler und Karl Benz, die in der Garage angefangen haben. Aber er benennt klar, was verloren gegangen ist: der Mut zur Entscheidung, die Bereitschaft, Risiko zu tragen, und das Denken in Jahrzehnten statt in Amtszeiten. Seine Analyse ist die eines Insiders, der den Abstand gewählt hat – und gerade deshalb unverstellter urteilt.

Sebastian Henßler, Elektroauto-News: Du hast einmal gesagt, dass Deine Lehre als Werkzeugmacher Dich bis heute prägt. Gleichzeitig sieht man auf Führungsebenen immer seltener Menschen mit praktischer Produktionserfahrung. Wie hat dieser Weg – vom Werkzeugmacher über das Ingenieurstudium bis in die Konzernwelt – Deinen Blick auf Industrie geformt?

Harald Schlarb: Die handwerkliche Grundlage gibt als Führungskraft eine Sicherheit, die sich schwer anders erwerben lässt: Man kann beurteilen, was in der Produktion tatsächlich geleistet wird und wie anspruchsvoll bestimmte Aufgaben in der Praxis sind. Wer selbst gedreht, geschweißt, montiert und gefräst hat, versteht den Mitarbeiter anders – und kann ihn besser einschätzen. Das halte ich auch heute noch für unverzichtbar, denn diese handwerklichen Fähigkeiten werden selbst im Zeitalter humanoider Roboter gebraucht. Maschinenbau und Fertigungstechnik werden nicht verschwinden.

Mich hat von Anfang an die Verbindung von Technik und Wirtschaft fasziniert: Was kostet das, was man produziert? Nach dem Maschinenbaustudium und dem Abschluss als Industriebetriebswirt bot sich bei Mercedes der Einstieg in die Produktionsplanung Karosserie und Rohbau an – ein Bereich, der beides vereint. Man plant Schweißanlagen und Fertigungsmaschinen, kalkuliert aber gleichzeitig, was ein Fahrzeug am Ende tatsächlich kostet. Diese Kombination hat mich geprägt und zieht sich durch meine gesamte Karriere.

Wenn ein Fehler über Leben und Tod entscheidet

Eine Deiner ersten prägenden Stationen war die Sonderschutzfertigung in Sindelfingen – gepanzerte S-Klassen für Staatsoberhäupter, darunter Fahrzeuge für internationale Staats- und Regierungsvertreter. Was lehrt es über Verantwortung, wenn ein Fehler im Detail über Leben und Tod entscheiden kann?

Über den Maybach bin ich in die Sonderschutzfertigung gekommen, wo wir damals mit 200 bis 250 Menschen gearbeitet haben. Was diese Arbeit auszeichnet, erlebt man spätestens beim Beschusstest: Das fertige Fahrzeug wird auf einem Übungsplatz mit einem Gewehr beschossen, gezielt auf die kritischen Ecken und Kanten – solange, bis sichergestellt ist, dass kein Element in den Innenraum gelangt, das eine zu schützende Person gefährden könnte. In dem Moment wird das Abstrakte sehr konkret.

Was ich aus dieser Zeit vor allem mitgenommen habe, ist etwas anderes: die Qualität der Menschen, die diese Arbeit machen. Die Sonderschutzmannschaft in Sindelfingen war ein eingeschworenes Team – jeder hat jedem geholfen, die Qualität stand immer im Vordergrund, und jeder wusste, wofür er arbeitet. Mitarbeiter sind die eigentlichen Diamanten eines Unternehmens. Sie machen es wertvoll. Das war dort in reinster Form zu erleben.

Danach kam McLaren in Woking – der SLR, die erste Serienkarosserie aus Carbon in der Automobilindustrie, 625 PS. Was nimmt man aus der Arbeit an einem solchen Fahrzeug mit, das sich auf den Rest der Industrie überträgt?

Der SLR war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Alle Fertigungsmethoden, die man aus dem Carbon- und Leichtbau kennt – Resin Infusion, Prepreg –, waren dort in der Praxis zu erleben und anzuwenden. Wir haben die Karosserie in einem Werk an der südlichen Küste Englands gefertigt und dann nach Woking zum Lackieren und Montieren geschickt. Die Entwicklungskollegen haben dabei echte Pionierarbeit geleistet: Sie haben Patente entwickelt, die sicherstellen, dass sich das Carbon im Crashfall nicht splittert, sondern kontrolliert zerfällt – sodass die Kräfte nicht ungefiltert in den Innenraum übertragen werden. Technisch war das außerordentlich.

Was sich überträgt: Das Know-how, das dort aufgebaut wurde, war einzigartig. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir in Deutschland wieder an die eigene Ingenieur- und Erfinderkunst glauben. Die Substanz ist vorhanden – die Frage ist, ob wir uns trauen, sie konsequent einzusetzen.

Von Woking gingst Du nach Hermannstadt in Rumänien – ein Kontrast, der kaum größer sein könnte. Was hast Du dort über Industriearbeit und Führung gelernt, das in einer Konzernzentrale niemand verstanden hätte?

Hermannstadt war in jeder Hinsicht ein Neuanfang. Wir haben mit 200 Menschen begonnen, sind auf 450 gewachsen – heute arbeiten dort über 1000 Menschen in einer vollwertigen Getriebefabrik. Was man in Rumänien lernt, klingt zunächst simpel, sitzt aber tief: Man gibt Urlaub, wenn gesät wird, und Urlaub, wenn geerntet wird. Die Lebenswirklichkeit der Menschen bestimmt den Rhythmus, nicht der Konzernkalender. Das klingt nach einer Kleinigkeit – ist aber ein Grundsatz der Mitarbeiterführung, der in vielen Zentralen schlicht unbekannt ist.

Was mich bis heute beeindruckt: Diese Menschen haben nicht viel – aber sie sind freundlich, flexibel und äußerst belastbar. Sie lösen Probleme dort, wo andere erst auf Anweisungen warten. Führung bedeutet in einem solchen Umfeld, die Menschen wirklich zu verstehen: ihre Lebensumstände, ihre Motivation, ihre Grenzen. Wer das einmal gemacht hat, führt anders.

Nach Rumänien bist Du zurück nach Sindelfingen, in die Verfahrensentwicklung. Carbon-Karosserie sollte erneut das Thema werden. Am Ende standen 27 Konzeptvarianten – und der Satz: „Ich bin kein Beamter, ich mache jetzt nicht das 28. Papier.“ War das der Moment, an dem Du gespürt hast, dass dieses Haus Dich verlieren könnte?

Wir haben wirklich bei Null angefangen – das Know-how aus der SLR-Zeit war nicht mehr vorhanden. Die damaligen Spezialisten hatten das Unternehmen verlassen und waren in die Windkraft oder die Luft- und Raumfahrt gewechselt, weil sie dort ihren Leichtbau-Erfahrungshorizont einbringen konnten. Wir mussten junge Menschen neu einarbeiten und grundlegende Verfahren von Grund auf vermitteln. Variante für Variante wurde erarbeitet und gerechnet – ohne dass eine Entscheidung fiel. Nach der 27. Variante war klar: In diesem Modus werde ich nicht das erreichen, was ich erreichen will.

Das verweist auf ein strukturelles Problem: Wenn einmal aufgebautes Know-how verloren geht, beginnt man nicht beim zweiten Schritt, sondern beim ersten. Das kostet Zeit, Geld – und manchmal die Entscheidung selbst. Systeme, die Entscheidungen verzögern, bis alle Risiken eliminiert scheinen, eliminieren am Ende auch die Möglichkeit zu handeln.

Chinas Aufstieg stand in den Fünfjahresplänen

Statt des 28. Papiers gingst Du nach Fuzhou, Südchina – sechs Millionen Einwohner, einer der wenigen Westlichen vor Ort. Was ist die eine Beobachtung aus dieser Zeit, die erklärt, warum China so geworden ist, wie es ist?

Die Antwort liegt in den Fünfjahresplänen, mit denen meine chinesischen Mitarbeiter täglich gearbeitet haben. Bereits damals stand darin: Der chinesische Staat unterstützt zehn Jahre lang westliche Unternehmen mit Kapital – und erhält dafür Leistung. Technologietransfer, Ausbildung, Know-how. Im dritten Plan stand das Ziel explizit: Die chinesischen Ingenieure sollen so weit sein, dass sie besser sind als ihre westlichen Lehrmeister. Und wenn sie das sind, bringen sie ihre Produkte auf den Weltmarkt. Das war keine Ankündigung – das war ein Programm. Und es wurde umgesetzt.

Im Rückblick hätte die westliche Industrie frühzeitig Anteile an chinesischen Unternehmen erwerben und langfristig denken müssen – nicht in CEO-Amtszeiten von vier oder fünf Jahren, sondern in Horizonten von zehn, fünfzehn Jahren. Wer heute investiert, erntet in zehn Jahren den Wettbewerbsvorteil. Dieses Denken haben wir nicht ausreichend gepflegt. Das ist eines der zentralen Versäumnisse.

Du hast damals in Fuzhou auch Xi Jinping getroffen – damals bereits Gouverneur von Shanghai, auf dem Sprung zur nächsten Stufe. Was hat dieser Moment rückblickend gelehrt?

Er hat uns in seiner früheren Heimatstadt besucht, wo er einst Bürgermeister gewesen war, und konkrete Hinweise gegeben, was an unseren Fahrzeugen für den chinesischen Markt verbessert werden müsste. Was bleibt, ist der Eindruck einer Persönlichkeit, die ihre Überzeugungen aus jahrzehntelanger Praxis entwickelt hat: Bürgermeister, Gouverneur, Shanghai – jede Station war eine echte Lernphase, keine Karrieresprungbrett-Position. Als er das höchste Amt antrat, hatte er die Breite des Landes tatsächlich erlebt und verstanden.

Darin steckt eine Lektion, die über China hinausgeht: Wer Verantwortung trägt, muss verstehen, womit er es zu tun hat – nicht auf dem Papier, sondern aus gelebter Erfahrung. Das gilt für politische Führung genauso wie für Industriemanagement.

Von China nach São Paulo, drei Jahre Werksaufbau auf der grünen Wiese. Vier Kontinente in einer Karriere – was hat jede Station hinterlassen?

Jede Station hat etwas Eigenes gegeben, das sich nicht anderswo lernen lässt. England: eine andere Arbeitskultur, die auf den ersten Blick vertraut wirkt und auf den zweiten grundlegend verschieden ist – eine Gesellschaft, die Scheitern nicht stigmatisiert, sondern als Teil des Weges begreift. Wer dort sein Geschäft schließen musste, galt nicht als Versager, sondern als jemand, der gelernt hat.

Rumänien: die Fähigkeit von Menschen, unter schwierigen Bedingungen flexibel, kreativ und trotzdem verlässlich zu sein. China: die schiere Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden – und die Konsequenz, mit der langfristige Ziele verfolgt werden, ohne bei jedem Gegenwind die Richtung zu wechseln. Brasilien, São Paulo: Improvisation als Kernkompetenz. Menschen, die aus fast nichts etwas machen – nicht aus Not, sondern aus einer tief verwurzelten Problemlösungshaltung.

Was am meisten geprägt hat, war China. Nicht wegen der Größe oder der Dynamik allein, sondern weil man dort hautnah erlebt hat, wie eine Industrie systematisch und zielstrebig aufgebaut wird – und wie weit dieser Aufbau zum Zeitpunkt meiner Zeit dort bereits fortgeschritten war.

36 Jahre Mercedes-Benz – dann kam der Anruf von Tesla

Nach Brasilien kam der Anruf – ein ehemaliger Mercedes-Kollege, der für Tesla tätig war. Was hat ihn überzeugt, Dich zu fragen – und was hat Dich überzeugt, nach 36 Jahren im Stern zu kündigen?

Der Kollege hat es klar formuliert: Du hast die Erfahrung aus China, weißt, wie schnell eine Industrie voranschreiten kann. Du hast das Improvisationsgefühl aus São Paulo. Du warst in Rumänien und weißt, was mit begrenzten Mitteln möglich ist. Und du kennst die deutsche Bürokratie von innen. Das passt ideal zusammen. Das war das Argument. Und es stimmte.

Was mich bewegt hat, war letztlich der Wunsch, wieder etwas aufzubauen, das sichtbar wird. Weg vom Headquarter, auf sich gestellt sein, Verantwortung tragen, die sich nicht in Berichten ausdrückt, sondern in einem Werk, das entsteht. Das hatte mir in China und Brasilien gefallen. 2020 war das Umfeld dafür bereit – auch wenn das damals kaum jemand so sah. Die Kollegen bei Mercedes haben über Elektromobilität noch gelächelt. Der Verbrenner galt als gesetzt, alternativlos, bewährt. Diese Gewissheit war das eigentliche Problem. Die etablierten Prozesse waren oft stärker auf Stabilität als auf Geschwindigkeit ausgelegt. Und das ist nicht nur ein Mercedes-Problem – das zieht sich durch die gesamte etablierte Automobilindustrie.

In Grünheide begann es mit fünf Leuten in einem Co-Working-Space – das Ziel war ein Werk für 500.000 Fahrzeuge im Jahr, fertiggestellt in 22 Monaten. Was unterschied dieses Vorgehen grundlegend von dem, was Du aus großen Konzernen kannte – und was hat das mit dem Paragraphen 8a zu tun?

Was in Grünheide anders war, lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Risiko, Flexibilität, Schnelligkeit. Und das alles im Rahmen des geltenden Rechts. Es gibt in Deutschland den Paragraphen 8a, der erlaubt, auf Basis von Teilgenehmigungen zu bauen. Die Bedingung: Wer das tut, muss das Risiko tragen, das Gebaute wieder abzureißen, falls die finale Genehmigung ausbleibt. Als ich gefragt wurde, wie ich dieses Risiko einschätze, war meine Antwort: Das einzige realistische Szenario, in dem das passiert, ist ein ideologisch motivierter politischer Umschwung. Für die Dauer des Baus hielt ich diese Wahrscheinlichkeit für gering. Die Erfahrung hat das bestätigt.

Hinzu kommt die Frage der Versicherung – und hier wird der Unterschied besonders greifbar. Ich habe in meiner gesamten Karriere keine einzige Fabrik ohne umfangreiche Versicherungsabsicherung gebaut. Tesla arbeitete mit deutlich schlankeren internen Absicherungs- und Freigabeprozessen als klassische Großkonzerne.

Was das im Alltag bedeutet: keine Versicherungsvertreter, die kommen und sagen, ohne dreifache Absicherung verliert man den Schutz. In Großkonzernen lautet die Antwort darauf automatisch: Versicherungsschutz verlieren kommt nicht in Frage. Und damit beginnt der Kreislauf der Selbstbeschränkung. Man sichert, und sichert, und sichert – bis die Freiheit zu planen und schnell zu entscheiden faktisch weg ist. In Grünheide fehlte dieser Mechanismus. Das hat sich unmittelbar auf Geschwindigkeit und Entscheidungsfähigkeit ausgewirkt.

Gesetze haben wir immer eingehalten – das war auch Elon wichtig. Aber Richtlinien und interne Guidelines, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen und den Fortschritt hemmen, haben wir konsequent hinterfragt. Das kann jedes deutsche Industrieunternehmen. Das Problem ist nicht das Recht. Das Problem ist die Risikobereitschaft.

Wie habt Ihr die Behörden in Brandenburg in dieser Geschwindigkeit mitgenommen?

Die zuständigen Ämter saßen verteilt in Potsdam, Strausberg und Eberswalde. Das Prinzip, das wir angewandt haben, war denkbar einfach: Bevor ein Beamter einen ablehnenden Brief fertigstellt, muss die Antwort auf sein Problem bereits vorliegen. Elon hat das Prinzip aus der Softwareentwicklung übertragen: Geschwindigkeit wird in Sekunden pro Codezeile gemessen. Wir haben es übersetzt: Behördenanfragen werden noch am selben Tag beantwortet. Das erfordert, dass man vorab durchdenkt, welche Fragen kommen werden – und die Lösungen bereit hat, bevor die Fragen gestellt werden. Das hat die Mannschaft konsequent umgesetzt. Und man sieht das Ergebnis.

Vertikale Integration schlägt ausgelagertes Know-how

Musk gilt für viele als außergewöhnlich visionärer Unternehmer. Wenn heute junge Ingenieur:innen zwischen Tesla und einem deutschen Hersteller wählen müssen – was sagst Du ihnen?

Die Empfehlung ist unabhängig vom Unternehmensnamen: Geht in Betriebe mit hoher vertikaler Integration – also dorthin, wo viel selbst entwickelt und gefertigt wird, statt outgesourct. Die etablierte Industrie hat in drei Jahrzehnten systematisch nach außen verlagert, immer auf der Suche nach dem günstigsten Lieferanten. Das rächt sich heute: Viele Tier-1- und Tier-2-Lieferanten stehen vor der Insolvenz, weil die Automobilhersteller gezwungen sind, Fertigung zurückzuholen. Wer in einem vertikal integrierten Betrieb arbeitet, lernt Breite und Tiefe zugleich – Technik, Abläufe, Prozesse.

Ebenso wichtig ist die Frage der Führungskultur. Sucht Euch Unternehmen, in denen die Führung die Mitarbeiter als das behandelt, was sie sind: die eigentlichen Diamanten des Unternehmens. Wo Spielraum für Ideen gegeben wird, wo Innovation nicht an Bürokratie scheitert und wo man als Person gesehen wird. Wer das findet, wird auch zehn Stunden am Tag arbeiten und das Gefühl haben, dass der Tag zu kurz war. Wer es nicht findet, sollte weitersuchen.

Tesla folgt dem Grundsatz: Kein Teil ist das beste Teil – das beste Teil ist kein Teil. Deutsche Hersteller haben über Jahrzehnte das Gegenteil zur Philosophie gemacht. Welcher Ansatz hat 2026 die ehrlichere Zukunft?

Die wirtschaftliche Realität ist eindeutig: Wer gleichzeitig Verbrenner, Hybriddiesel, Hybridbenzin, Wasserstoff und rein elektrische Antriebe in der Entwicklung hält – zuzüglich aller Sonderausstattungsvarianten –, und dazu jedes einzelne Teil dreißig Jahre lang ersatzteilpflichtig halten muss, der bewegt sich auf ein wirtschaftliches Problem zu, das sich nicht wegoptimieren lässt. Die Kosten steigen, die Preise steigen, die Stückzahlen sinken. Das ist keine Prognose, das ist Arithmetik.

Ein konkretes Beispiel: Eine neue C-Klasse, vollständig ausgestattet mit dem Funktionsumfang eines Tesla, bewegt sich in einem deutlich höheren Preissegment. Das ist ein mittelgroßes Fahrzeug der Mittelklasse. Zum Vergleich: BYD und Tesla bieten vergleichbare Mobilität zu deutlich niedrigeren Preisen. Selbst der CLA 250 Electric liegt noch bei rund 64.000 Euro. Mercedes und BMW bauen technisch hervorragende Fahrzeuge – 800-Volt-Architektur, 700 Kilometer Reichweite, erstklassige Verarbeitung. Das ist der richtige Weg. Aber Qualität allein reicht nicht, wenn die Kaufkraft nicht mitkommt. Die eigentliche Aufgabe – für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam – ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Menschen diese Fahrzeuge auch erwerben können.

Europa verliert durch politische Passivität

Was machen chinesische Hersteller am Produkt anders, dass sie heute bei jungen Familien ankommen – einer Käuferschicht, die deutschen Herstellern weitgehend verloren ist?

Sie bieten ein vollwertiges E-Auto für 24.000 bis 34.000 Euro. Das Argument, das dahintersteht, ist kein ideologisches – es ist ein rechnerisches: Wer heute etwa fünf Cent pro Kilometer fährt statt mehr als zwei Euro an der Tankstelle zu zahlen, hat einen messbaren, persönlichen Vorteil. Das überzeugt keine Überzeugten, sondern Menschen, die schlicht nachrechnen. Genau das ist der Ansatz, mit dem auch die europäische Industrie und Politik auf die Menschen zugehen müssten – nicht mit Klimaargumenten, sondern mit der einfachen Frage: Was bringt dir das konkret in deinem Alltag?

Mercedes baut bis zu 20.000 Stellen ab, BMW 5000, bei VW stehen Werkschließungen im Raum. Werden wir alle europäischen Hersteller in zehn Jahren noch am Markt sehen?

Einzelne Marken werden ausscheiden – nicht weil ihnen Talente fehlen oder schlechte Produkte, sondern weil sie sich in eine Kostenspirale manövriert haben, aus der kein Weg mehr herausführt. Das beginnt mit dem, was gerne als Technologieoffenheit bezeichnet wird: Verbrenner, Hybrid, Wasserstoff und Elektro parallel weiterzuentwickeln klingt nach Flexibilität, ist aber in der Praxis eine Ressourcenfalle. Jede Antriebsgeneration braucht eigene Ingenieure, eigene Entwicklungsbudgets, eigene Produktionslinien. Die Kosten summieren sich, die Preise steigen, die Käufer wechseln. Die Unternehmen, die sich auf eine Antriebsform fokussieren, werden die sein, die in zehn Jahren noch eigenständig am Markt agieren. Und diese Antriebsform ist Elektro – daran ändert auch die aktuelle politische Debatte nichts. Die Sonne liefert mehr Energie, als wir je verbrauchen können. Die Frage ist nicht ob, sondern wann wir sie konsequent nutzen.

In Deiner Beratung engagierst Du Dich auch bei Rohstoffprojekten in Westafrika. Was treibt Dich dorthin?

Für Elektromotoren brauchen wir Monazit, Lithium, Zinn. Die Idee ist simpel: Diese Rohstoffe für Deutschland und Europa sichern – ohne den Umweg über China. Bislang habe ich noch keine ausreichende institutionelle Unterstützung für solche strategischen Rohstoffpartnerschaften gesehen. Beziehungsweise jemand der bereit wäre, auch nur ein Memorandum of Understanding für entsprechende Förderlizenzen zu unterzeichnen.

Das Ergebnis ist absehbar: In Lagos sitzt ein chinesischer Repräsentant, der genau diesen Auftrag hat – im Rahmen eines Fünfjahresplans Rohstoffe zu sichern. Ein LKW fährt auf den Platz, das Material geht auf ein Schiff, das Schiff fährt nach China. Alles legal, alles transparent, alles konsequent. China handelt in diesem Bereich strategisch, langfristig und mit hoher Umsetzungsgeschwindigkeit. Die Frage, die sich stellt: Wer hat das zugelassen?

Danke für deine Zeit

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Ford setzt auf Batteriespeicher und eigene Energiesparte

Der US-amerikanische Automobilhersteller Ford will sich künftig deutlich stärker als Energieunternehmen positionieren. Mit „Ford Energy“ hat der Konzern eine neue Geschäftseinheit vorgestellt, die sich auf große Batteriespeicherlösungen konzentriert und langfristig auch Heimenergiesysteme umfassen soll. Damit reagiert Ford nicht nur auf die wachsende Bedeutung stationärer Energiespeicher, sondern offenbar auch auf die derzeit schwächere Nachfrage nach Elektroautos in den USA.

Wie Ford mitteilt, soll Ford Energy „in den USA montierte Batterie-Energiespeichersysteme für Energieversorger, Rechenzentren sowie große Industrie- und Gewerbekunden“ liefern. Der Konzern plant, künftig mindestens 20 Gigawattstunden Speicherkapazität pro Jahr bereitzustellen. Erste Auslieferungen sollen Ende 2027 starten.

Ford-Vizechef John Lawler beschreibt die neue Sparte als wichtigen strategischen Schritt. Lisa Drake, die zur Präsidentin von Ford Energy ernannt wurde, erklärte laut Pressemitteilung: „Ford Energy ermöglicht es uns, den Wert unserer Batterieproduktionskapazitäten zu maximieren.“ Zudem wolle das Unternehmen zunächst „Batterie-Energiespeichersysteme im Versorgermaßstab für Großkunden“ anbieten und perspektivisch auch Batteriezellen für private Energiespeicherlösungen bereitstellen.

Freie Batteriekapazitäten durch E-Auto-Tief

Der Schritt kommt nicht zufällig. Hintergrund ist unter anderem die aktuelle Schwäche des US-Elektroautomarkts. Zuletzt sind die Elektroauto-Verkäufe in den USA um 27 Prozent eingebrochen, während Ford allein 2025 milliardenschwere Verluste im Elektroauto-Geschäft verbuchen musste. Überschüssige Batteriekapazitäten sollen deshalb nun stärker für stationäre Energiespeicher genutzt werden.

Damit folgt Ford einem Trend, den insbesondere Tesla bereits früh verfolgt hat. Tesla hat sein Energiegeschäft in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut und nach eigenen Angaben zuletzt rund 45 Gigawattstunden Batteriespeicher binnen zwölf Monaten installiert. Solche Systeme gelten als zentraler Baustein für den Ausbau erneuerbarer Energien, da sie Solar- und Windstrom zwischenspeichern können.

Ford plant offenbar, dafür bestehende Werke umzunutzen. So soll das BlueOval-SK-Werk im US-Bundesstaat Kentucky künftig Batteriespeichersysteme mit mehr als fünf Megawattstunden Kapazität produzieren. Dort sollen unter anderem Lithium-Eisenphosphat-Zellen, Speichermodule und containerbasierte Großspeicher entstehen.

Bidi-Laden als neue Marktchance

Interessant ist dabei auch die strategische Neuausrichtung des Konzerns. Während Ford in den vergangenen Jahren stark auf große Elektroautos wie den F-150 Lightning gesetzt hatte, wird inzwischen verstärkt auf günstigere Elektroautos und zusätzliche Geschäftsfelder geschaut. Gleichzeitig arbeitet der Automobilhersteller weiter an neuen Elektroplattformen, die bidirektionales Laden unterstützen sollen. Künftige Elektroautos könnten damit nicht nur fahren, sondern auch Häuser mit Strom versorgen oder Energie ins Netz zurückspeisen.

Genau darin steckt enormes Potenzial. Elektroautos könnten künftig eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung der Stromnetze übernehmen – insbesondere dann, wenn der Anteil erneuerbarer Energien weiter steigt und flexible Speicher immer wichtiger werden. Für Automobilhersteller wie Ford eröffnet sich damit möglicherweise ein zusätzliches milliardenschweres Geschäftsfeld jenseits des klassischen Fahrzeugverkaufs, wenn sie die dafür notwendigen Energielösungen selbst vertreiben – so wie beispielsweise Volkswagen mit seiner Tochter Moon Power.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 11. Mai 2026

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„Wir arbeiten an Abo-Angeboten über mehrere CPOs hinweg“ – Wilhelm Henriksson, Plugsurfing

Nachdem Plugsurfing 2012 in Berlin mit der Idee gegründet wurde, sämtliche Ladestationen in Europa über eine zentrale App zugänglich zu machen, wurde das Startup zur Blaupause für viele andere Roaminganbieter. Seitdem hat sich viel getan: Die Firma wechselte zweimal den Besitzer – und heute ist das später entstandene B2B-Geschäft mit White-Labels-Apps und APIs deutlich bedeutsamer. Zeit für eine Bestandsaufnahme mit Wilhelm Henriksson, Head of Networks, Strategy and BI bei Plugsurfing.

Jungheinrich erprobt Flurförderzeuge mit Natrium-Ionen-Batterien

Der Hamburger Intralogistik-Ausrüster Jungheinrich hat mit Praxistests von Natrium-Ionen-Batterien in Flurförderzeugen bei ausgewählten Kunden begonnen. Dabei soll die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der neuen Batterietechnologie unter verschiedensten Einsatzbedingungen validiert werden.