Leasingrückläufer: Das stille Risiko im Handel

In der aktuellen Podcast-Folge habe ich mit Wolfgang Huber gesprochen. Wolfgang lebt in Berlin, bringt über 30 Jahre Erfahrung im Automobilhandel mit und ist seit rund einem halben Jahr selbstständig als Berater für Elektromobilität und alternative Antriebe tätig. Zuvor verantwortete er unter anderem den Flottenbereich eines großen Autohauses – inklusive der Umstellung von Dienstwagen auf vollelektrische Modelle.

Sein Weg in die Elektromobilität begann nicht aus Überzeugung, sondern aus Skepsis. „Am Anfang habe ich es sogar gehasst“, sagt er rückblickend. Nicht wegen der Technik, sondern wegen fehlender Vertriebsstrukturen und unklarer Restwerte. Hersteller ließen den Handel zu Beginn oft allein, Themen wie Leasingrückläufer, Batteriemiete oder mangelnde Ladeinfrastruktur erschwerten den Einstieg.

Der Wendepunkt kam 2018 mit einem elektrischen Dienstwagen. Wolfgang beschreibt seine erste längere Fahrt im November als „kaltes Wasser“. Reichweitenangst, kaum öffentliche Ladepunkte, Unsicherheit im Umgang mit dem Thema – all das war präsent. Doch die Erfahrung zeigte ihm: Viele Vorbehalte entstehen aus Unwissen. „Danach war das Thema Reichweite gar nicht mehr existent“, berichtet er.

Im Flottenbereich sieht er bis heute eine Mischung aus wirtschaftlichen, organisatorischen und psychologischen Hürden. Total Cost of Ownership ist zentral, aber ebenso wichtig sind Ladeinfrastruktur, Mitarbeiterakzeptanz und verlässliche Serviceprozesse. Gerade bei leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen braucht es passgenaue Konzepte: Reichweite, Nutzlast, Preis und Zuverlässigkeit müssen zusammenpassen.

Elektromobilität endet nicht beim Auto

Spannend fand ich seinen Blick auf das große Ganze: Elektromobilität endet nicht beim Auto. Wolfgang denkt in Sektorenkopplung – Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur, perspektivisch auch Vehicle-to-Grid. Das E-Auto wird für ihn zum Baustein im Energiesystem, nicht nur zum Fortbewegungsmittel. Ein weiteres zentrales Thema war der Handel selbst. Laut Wolfgang fehlt es vielerorts an strategischer Verankerung. Beratung zu E-Autos sei oft personenabhängig, nicht strukturell abgesichert. Besonders kritisch sieht er die Zweitvermarktung: Leasingrückläufer werden zur Herausforderung, wenn kein professionelles Sekundärvermarktungsteam existiert. Seine Idee: eigene Kompetenzzentren für Elektroautos, klare Touchpoints und gezielte Anreizsysteme im Vertrieb.

Heute berät er vor allem kleinere und mittlere Unternehmen, die keine eigene Flottenabteilung haben. Der Bedarf ist hoch – von der Fahrzeugauswahl über Ladeinfrastruktur bis hin zu strategischen Energiefragen. Nun aber genug der Einordnung. Lass uns direkt in das Gespräch eintauchen.

Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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